Jenseits des Vergessens

Blog von Amanda Koch

Warum ich "Ildathach. Jenseits des Vergessens" schrieb

Aug 112017

Unsere Zeit ist von einem spirituellen Hunger geprägt, der auch mich erfasste, als ich mein erstes Kind gebar. Erst da spürte ich eine tiefe Sehnsucht nach Antworten in mir.
Mich treibt die Suche nach den Mysterien des Lebens noch immer an und ich habe längst nicht alle Antworten gefunden. Ich glaube aber, dass alle Antworten, nach denen wir irgendwann suchen, tief in uns liegen und wir uns nur daran erinnern müssen. Und um das zu tun, müssen wir uns auch unserer Wurzeln erinnern und uns darauf besinnen. Dazu gehört ebenso das Vermächtnis unserer Vorfahren mit ihren Schriften, die wir nicht vergessen dürfen. Denn es sind nicht nur die Religionen, die Antworten geben, sondern auch der (pagane) Glaube unserer Ahnen.

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Auf meinen eigenen Reisen haben mir die nordischen Landschaften, insbesondere jene Irlands, Schottlands, aber auch Südenglands und die Inseln in der Irischen See, sehr geholfen, zu meinen Wurzeln zu finden. Die Landschaften und der Atlantik dort haben für mich nicht nur etwas Magisches, sie brachten mich dazu nach alten Zeichen zu suchen. Und so begann ich wieder in den Mythen zu lesen. Geschichten, die ich als Jugendliche bereits verschlungen hatte, zeigten mir in meinem Inneren plötzlich ganz andere Bilder und brachten mich einem tieferen Verstehen näher.
So sehe ich in dem Erbe, das die keltischen Stämme uns hinterlassen haben, einen Hinweis auf die Tiefe des Lebens. Nicht nur in den Symbolen, den steinernen Ruinen oder Steinkreisen, sondern eben auch in den alten Erzählungen. Denn ich finde darin Antworten auf Fragen, die das Leben stellt.
Und je mehr ich lese, mit den Schriften der Religionen vergleiche, desto mehr verstehe ich, dass es immer nur spezifische Bilder und Worte sind, die die Kraft unserer Seele und den Kreislauf des Lebens (Leben, Tod und Wiedergeburt) erklären. Das ist jene Wahrheit, nach der ich all die Zeit gesucht habe.
Dies brachte mich dazu einen Roman zu schreiben, der einen keltischen Mythos in unsere moderne Welt transportiert. Es ist eine Geschichte, die sowohl das logische Denken in uns zeigt als auch das Fühlen unseres Herzens. Es ist ein Buch, mit der wir uns an die Kraft unserer Seele erinnern können, um letztendlich eine Wahrheit zu erkennen, die wir nur selbst in uns fühlen können.
Das keltische Denken schloss in allen Mythen immer etwas Geheimnisvolles ein, etwas, das sich nur erfühlen lässt. Das ist es, was mich an den nordischen Mythen am meisten fasziniert. Es geht um die geheime Welt der Seele, für die es eine weitere Ebene gibt. In „Ildathach. Jenseits des Vergessens“ ist das die Anderswelt.
Meine Trilogie „Die Wächter von Avalon“ war mein erstes Eintauchen in dieses Verstehen der mythischen Worte. Und nun mit meinem neuen Roman, der sich den „Schleiern des Vergessens“ widmet, bin ich weiter in die Seelenwelt eingetaucht und beschreibe einen Weg, wie wir anders mit unseren Ängsten und Emotionen umgehen können. Ohne das Heilige um und in uns zu erkennen und zu respektieren, verlieren wir uns selbst und verkennen den wahren Sinn des Lebens.

Ich wünsche jedem meiner Leser ein Eintauchen in den Mythos und das Gefühl des Getragenseins.

Worte aus dem Roman Ildathach

Jul 032017

Ich wirke ein Kleid aus dem Brodem der Irischen See. Beinahe muss ich lachen, so einfach ist das Wasser zu beherrschen. Unzählige einzelne Tropfen gehorchen mir, und so webe ich im Licht der Sonne den magischen Stoff, der meinen Körper beschützen wird. Faden um Faden spinne ich um mich. Die Wassertropfen umschließen meine langen Beine, meine Taille, und fließen schließlich bis nach oben zu meinem Hals. Dort verbinden sie sich zu einem hohen Kragen, bevor sie sich an meinen Armen hinunter winden. Noch schimmern sie wie Glas im Licht. Aber schon mit meinem nächsten Atemzug beginnen sie zu schwingen. Denn ich bin mein Atem selbst. Mit jeder Bewegung pulsiert mein Element und formt mich. Doch ich brauche mehr. Ich drehe mich, murmle uralte Worte und breite dabei die Arme aus, um mit den Händen jene Bewegung auszuführen, die die Wassertropfen zu grauem Nebel wandelt. Aus einem Nebelhauch weichen Schwaden, dicht und grau quellen sie um mich, bis sie meinen schlanken Körper perfekt umspielen. Nun trage ich ein Nebelkleid, durch das mein Atem pulsiert und den Saum wie im Wind wehen lässt. Und in dem Augenblick weiß ich es: Ich bin stärker geworden. Stärker, als es je ein Wesen der Luft war, und endlich bereit mein Geburtsrecht von der Hohen Göttin zu fordern. Ich muss nur schnell genug handeln.

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Ich raffe mein Nebelkleid und schwebe über die Wogen dem Ufer entgegen. Wellen streifen meine Füße, und zugleich greifen aus Wasser geformte Hände nach mir. Diese lästigen Meerwesen. Wild zerren sie am Saum meines Kleides, als wollten sie mich festhalten. Doch es ist nur ein erbärmlicher Versuch, ihrem Gott zu gehorchen. Hier vor der Insel hat Lir keine Macht. Und so erreiche ich das Ufer problemlos. Ich betrete den Kiesstrand von Calf. Dabei sehe ich sie schon. Die Menschenfrau steht ganz in der Nähe des Cottages.

(c) Amanda Koch aus Ildathach - Jenseits des Vergessens. Das Buch erscheint am 1. August. Bei fehu http://www.fehu-fantasy.de/buecher.html ist es vorbestellbar. Die Auslieferung erfolgt ab 17. Juli. Signierte Bücher werden am 31.7 versendet. 

 

Kreislauf des Lebens - des Sterbens - und der Wiedergeburt

Mai 262017

Sich mit der Frage zu beschäftigen „Was geschieht wenn wir sterben?“ ließ mich in vielen alten Schriften forschen. Immerhin gibt es drei verschiedene Hauptantworten, die Menschen als Antwort darauf haben:
Der Tod ist das Ende von allem.
Es gibt einen Himmel und die Hölle nach einem einzigen Leben.
Die Seele wandert in ein nächstes Leben bzw. in eine andere Form.

Der Glaube an irgendeine Form der Seelenwanderung oder des Weiterlebens nach dem Tode ist zweifelsfrei eine der ältesten und tiefsten Überzeugungen der Menschheitsgeschichte und taucht in (fast) jeder Kultur auf jedem Kontinent auf. Es ist eine Aussage, die zu den Uraussagen der Menschheit gehört (C.G. Jung). Nicht nur in den fernöstlichen Religionen und Glauben, finden wir das Wissen der Wiedergeburt. Ebenso in alten Stammeskulturen Afrikas, Ozeaniens, Australiens oder den Indianaervölkern Amerikans wie auch in Europa bei den nordischen Völkern, den Wikingern, den Kelten, Galliern und Germanen.

Reinkarnation ist die fortgesetzte Wanderung der spirituellen Seele, gemeinsam mit ihrem feinstofflichen Körper, von einem grobstofflichen Körper zum nächsten, und zwar gemäß ihrem individuellen Karma (aus: Reinkarnation. Einführung in die Wissenschaft der Seelenwanderung. R. Zürrer)

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Auf viele wirkt der Gedanke der Wiedergeburt in unserem Kulturkreis befremdlich, wenn nicht sogar erschreckend und fremd. Und damit wird die Wiedergeburt schnell in Richtung Aberglaube abgeschoben. Doch ich denke, das liegt daran, dass wir es, im 21. Jahrhundert im Zeitalter der Technik und der Wissenschaft nicht gewohnt sind, uns weder mit unserer Seele zu beschäftigen noch mit Seelenwanderung oder dem Tod selbst.

Bei der Wiedergeburt geht es um die wesentlichen Fragen des Lebens und der Suche nach Antworten: Wer bin ich? Woher komme ich und wohin gehe ich? Warum wurde ich geboren? Gibt es eine Aufgabe? Welchen Sinn hat mein Leben?
Denn die Reinkarnationslehre kann die Gesetze des menschlichen Daseins und die des Universums klären. Nach Voltaire ist es ein Naturgesetz: Wir leben in einem gegenwärtigen Leben und haben schon einmal gelebt. Die Seele wandert nach dem physischen Tod in einen anderen neuen Körper weiter.
Es gibt so unglaublich viele Worte von Philosophen, Psychoanalytikern, Dichtern und Dramaturgen oder Naturwissenschaftlern, dass ich über die Jahre mit jedem gefundenen Zitat stets sicherer über diese Wahrheit wurde. Am meisten haben mich Goethes Worte beeindruckt, als ich begann mich mit der Reinkarnationslehre zu beschäftigen um das Karmagesetz zu verstehen.
„Was nun die persönliche Fortdauer unserer Seele nach dem Tode betrifft, so ist es damit auf meinem Wege also beschaffen: Sie steht keineswegs mit den vieljährigen Beobachtungen, die ich über die Beschaffenheit unserer und aller Wesen in der Natur angestellt, im Widerspruch; im Gegenteil, sie geht sogar aus derselben mit neuer Beweiskraft hervor. … Ich bin gewiss schon tausendmal hiergewesen und hoffe nun noch tausendmal wiederzukommen.“

Wiedergeburt

Mai 032017

Vor nunmehr vier Jahren kam ich das erste Mal mit der Wissenschaft der Seelenwanderung in Berührung und damit fesselte mich das Thema der Reinkarnation. Während meiner Yogalehrerausbildung wollte ich zu den Fragen der Wiedergeburt mehr wissen, forschte in den vedischen Schriften und beschäftigte mich gleichzeitig mit den Mythen aber auch dem Glauben unserer Ahnen, den Kelten, als ich für die Geschichte der „Wächter von Avalon“ recherchierte. Dabei entdeckte ich viele parallele Erklärungen wie auch Symbole, die dieselbe Wahrheit sprechen - die Sicht auf das göttliche in der (den) Welt(en).
Seit ich mich intensiv mit der Reinkarnation beschäftige, haben sich meine Sicht auf das Leben, mein Selbstverständnis und mein Umgang mit den Menschen, die mich begleiten oder denen ich begegne, aber auch mein Verständnis über die Natur verändert. Dieser Wandel zeigt sich auch in meinen persönlichen Zielen, meinen beruflichen Erwartungen und meinem religiösen Verständnis (ich wurde christlich evangelisch erzogen).
Alles ergibt mehr Sinn. Ich kann mit allem in Liebe und Geduld und mit dem Vertrauen in den Fluss dieses Lebens einverstanden sein. Denn ich bin es selbst, der mein gegenwärtiges und zukünftiges „Schicksal“ verantwortungsbewusst gestaltet, bestimmte Erfahrungen machen will und in diesem Leben (auch) eine Lebensaufgabe zu erfüllen habe (Dharma).
Es ist eine Wahrheit, die tief uns steckt. Wenn wir beginnen hinzuhören, vernehmen wir das Flüstern unserer Seele. Wir müssen uns nur (wieder) mit der Seelenkraft verbinden, mit der Energie (Prana), die aus unserem Herzen und hinein fließt oder (vedisch) mit dem Atman (dem göttlichen Funken in uns, die individuelle Seele als Teil Weltseele (Brahman)) … Menschen benutzen viele Worte und Beschreibungen, Gleichnisse … für ein und dieselbe Wahrheit. Letztendlich liegt es an jedem selbst, welchen Weg er wählt, um dem Sinn des Lebens mit seinen Fragen zu begegnen.

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In meinem neuen Roman „Ildathach. Jenseits des Vergessens“ stelle ich mich behutsam der Frage, was nach dem Tod geschieht und was der Tod ist. Ich habe mich mit der Macht der Angst beschäftigt, Angst vor dem Ungewissen und davor, die Menschen, die wir lieben, zu verlieren. Um Antworten zu finden, half mir all die Monate des Schreibens und Verstehens Etáin. Sie ist eine Figur aus der Geschichte, deren Mutter stirbt und ihr neben Familiengeheimnissen auch Glaubensfragen hinterlässt. Parallel zum Erscheinen des Buches werde ich dazu Beiträge aus meinen Recherchen, wissenschaftlichen Büchern und eigene Erfahrungen veröffentlichen.

Beltane

Mai 012017

Beltane ist das Jahreskreisfest der schöpferischen und fruchtbaren Göttin als Liebende. Es ist die Zeit der letzten Apriltage und ersten Maitage, die eine neue (Jahres)Zeit ankündigen: Eine Zeit, in der die Natur in kraftvoller Aktivität zum Leben erwacht … weiße und gelbe Blüten erstrahlen in ihrer Schönheit, Obstbäume erblühen zusammen mit Hecken und Blumen, die in voller Farbenpracht leuchten. Die Sonne steigt jeden Tag höher, die Tage werden länger und die ganze Natur ist rege. undefined

Es ist die Zeit, in der wir, durch die Kraft der Liebe in uns, heilen können. Der Schmerz, den uns Erinnerungen bringen, kann bewusst ausgedrückt werden, während wir in der Liebe des Göttlichen gesund werden. 

Neben der Meditation gibt es kraftvolle Asanas (Körperhaltungen), die uns durch das bewusste Hineingehen, den richtigen Atem und das bewusste Halten … unsere tiefe Verbundenheit und die Kraft des Herzens wahrnehmen lassen. Asanas drücken den Zustand des Yoga aus, in dem Körper – Geist und Seele zur Harmonie gelangen.
Yoga Mudra - die Kindhaltung ist eine solche Körperhaltung, die uns die Energie der Beltanetage fühlen lässt. Man ist ganz bei sich, ruht in sich und die Gedanken werden still …

 

Tage, an denen wir uns verloren fühlen

Apr 072017

Es gibt gerade Zeiten, in denen man mit einer tiefen Traurigkeit erwacht oder einer Trägheit, die einen lähmt; vielleicht hat auch ein Traum ein solches Empfinden hinterlassen oder wir fühlen, dass die Tage gerade endlos grau erscheinen … wir nichts mehr schaffen, alles zu viel ist und wir auf eine Weise nur noch funktionieren, die uns nach und nach den Boden unter den Füßen wegzieht.
Das sind Tage, an denen wir in der Jahreszeit des Feuers weniger geerdet sind, und damit das Urvertrauen ins Leben weniger spüren.
Für jene Tage gibt es eine magische Übung, die es schafft, uns aus den grauen Schleiern zu holen:

Denke am Morgen an drei Dinge, die gestern schön waren und dich glücklich gemacht haben. Die Wärme der Sonne, das Treffen eines Freundes, eine liebe Geste, ein Lächeln oder eine Umarmung … Und dann überlege dir einen Wunsch für den heutigen Tag. Schließe kurz deine Augen und male dir all die Einzelheiten aus, wie er in Erfüllung geht; fühle was der Wunsch dir bedeutet und spüre den tiefen Moment.
Diese bewusst erlebte Dankbarkeit wird deinen Tag verändern.

(Sie auch: jahreszeit-des-feuers)

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