Jenseits des Vergessens

Blog von Amanda Koch

Die Kraft unserer Seele

Sep 182017

„Ildathach. Jenseits des Vergessens“ ist Buch, das durch die Geschichte einer jungen Frau helfen kann, wieder zu einem tiefen Fühlen zu gelangen. Denn darin liegt für uns eine starke Kraft verborgen.
Wenn wir wirklich beginnen aus einer Tiefe heraus zu fühlen ... nicht aus Gedanken heraus oder aus den Erfahrungen, die uns prägen und bestimmte Emotionen hervorrufen … nein. Ich spreche von der Kraft jenseits unserer Gedanken, der Kraft, hinter unserem Herzschlag und hinter unserem Atem. Unserer Seelenkraft.
Um dieses Fühlen zurück in unser Bewusstsein zu rufen, nutze ich Worte und Bilder eines keltischen Mythos. Ich hätte auch ein Sachbuch schreiben können. Doch ich liebe Geschichten. Und wie erklären wir am besten unseren Kindern mit Begeisterung das Leben? Durch (religiöse) Geschichten oder Märchen oder eben den Mythen.
Als Erwachsene können wir noch immer am besten in Bildern denken. Egal, ob es um das Göttliche im Leben geht, oder um einfache Fragen, die das Leben anbelangen. Jeder von uns trägt eigene Bilder und Vorstellungen in sich. Daher schrieb ich einen Roman der phantastischen Literatur (Warum ich Ildathach schrieb).

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Wir leben in einer Welt, in der die Schleier des Vergessens undurchdringlich scheinen und wir lechzten nach Veränderung, nach Harmonie, nach innerem Frieden und nach Geborgenheit. Wir wünschen ein Leben ohne Angst. Auf meinem eigenen Weg hin zu den Antworten, nach denen ich suchte, verstand ich, dass ein Besinnen auf die eigenen Wurzeln helfen kann, sich selbst und damit auch das eigene Leben besser zu verstehen.
In der Geschichte „Ildathach. Jenseits des Vergessens“ überschreitet Étaín die physischen Grenzen unserer Welt, damit der Leser dahinter blicken kann … in ein anderes Bewusstsein, in eine andere Welt, um dort die Kraft seiner eigenen Seele zu erspüren. Es ist eine Geschichte, die eine Sehnsucht und damit die Suche beschreibt, „nach dem, was das Leben tatsächlich ausmacht“ (Zitat, Leipziger Zeitung) und dass es einen Grund gibt, warum wir leben.

 

 

 

Was bedeutet mir die Phantastik?

Aug 242017

Oft werde ich in Interviews gefragt, warum ich genau diese Art des Schreibens gewählt habe oder mich nun der phantastischen Literatur stelle, um so wichtige Fragen des Lebens anzusprechen.
Es gibt mehrere Gründe. Die Phantastik unterstützt und fördert die Fantasie des Lesers, und das nicht nur bei Kinder und Jugendlichen. Für mich bedeutet fantastisch zu denken, keine Flucht aus der Alltagsrealität, sondern es ist ein Weg, um sich offen dem Leben zu stellen, weniger (Vor-) Urteile zu fällen, sondern nach dem Mystischen, dem Unsichtbaren und damit letztendlich nach dem Göttlichen zu suchen. Denn so kann ich mich dem paganen Glauben unserer Ahnen auf mythische Weise nähern und eben besonders durch die phantastische Literatur die uns bekannten Sichtweisen auf das Leben und die Welt(en) durchbrechen. Ich kann meinen Figuren einen visionären und konstruktiven Charakter geben, um sie hinter die Grenzen der alltäglichen Wahrnehmung blicken zu lassen. Das Fantastische in uns ist etwas, das uns als Kinder die Welt faszinierend macht. Erst durch unsere Konditionierungen verlieren wir diese Fähigkeit, die Welt und das Leben auf ganz verschiedene Weisen und damit als etwas Besonderes zu entdecken.

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Absichtlich bewege ich mich in „Ildathach. Jenseits des Vergessens“ zwischen Fantasy und phantastischer Literatur, denn in Étaíns Leben kommen neben realistischen Elementen auch unwirkliche Begebenheiten mit Göttern und Geistwesen vor, die es zu verstehen gilt. In „Ildathach“ bleibt die Wirklichkeit Grundlage, auf der übernatürliche Dinge geschehen und an bestimmten Stellen ist der Übergang zur Fantasy fließend. Doch bleibt die Anderswelt/Parallelwelt immer abhängig von Étaíns Realität.
Aber letztendlich ist diese präzise Einordnung zweitrangig, denn es geht um das, was ich meinen Lesern mit meinen Geschichten schenken möchte: Und das ist eine differenzierte Sicht auf das Leben, ein Besinnen auf unsere Wurzeln und damit die Bereitschaft, sich dem alten Glauben zu öffnen, um dabei sogar die Kraft der Mythen zu spüren. Letzten Endes ist es der Beginn einer Suche. Einer Suche, die uns zu uns selbst führen kann, die uns zum Innehalten ruft, zu mehr Achtsamkeit, mehr Liebe und uns dem Geschenk der Geborgenheit im Fluss des Lebens nahebringt, um nicht länger ein Leben „Jenseits des Vergessens“ führen zu müssen.

Warum ich "Ildathach. Jenseits des Vergessens" schrieb

Aug 112017

Unsere Zeit ist von einem spirituellen Hunger geprägt, der auch mich erfasste, als ich mein erstes Kind gebar. Erst da spürte ich eine tiefe Sehnsucht nach Antworten in mir.
Mich treibt die Suche nach den Mysterien des Lebens noch immer an und ich habe längst nicht alle Antworten gefunden. Ich glaube aber, dass alle Antworten, nach denen wir irgendwann suchen, tief in uns liegen und wir uns nur daran erinnern müssen. Und um das zu tun, müssen wir uns auch unserer Wurzeln erinnern und uns darauf besinnen. Dazu gehört ebenso das Vermächtnis unserer Vorfahren mit ihren Schriften, die wir nicht vergessen dürfen. Denn es sind nicht nur die Religionen, die Antworten geben, sondern auch der (pagane) Glaube unserer Ahnen.

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Auf meinen eigenen Reisen haben mir die nordischen Landschaften, insbesondere jene Irlands, Schottlands, aber auch Südenglands und die Inseln in der Irischen See, sehr geholfen, zu meinen Wurzeln zu finden. Die Landschaften und der Atlantik dort haben für mich nicht nur etwas Magisches, sie brachten mich dazu nach alten Zeichen zu suchen. Und so begann ich wieder in den Mythen zu lesen. Geschichten, die ich als Jugendliche bereits verschlungen hatte, zeigten mir in meinem Inneren plötzlich ganz andere Bilder und brachten mich einem tieferen Verstehen näher.
So sehe ich in dem Erbe, das die keltischen Stämme uns hinterlassen haben, einen Hinweis auf die Tiefe des Lebens. Nicht nur in den Symbolen, den steinernen Ruinen oder Steinkreisen, sondern eben auch in den alten Erzählungen. Denn ich finde darin Antworten auf Fragen, die das Leben stellt.
Und je mehr ich lese, mit den Schriften der Religionen vergleiche, desto mehr verstehe ich, dass es immer nur spezifische Bilder und Worte sind, die die Kraft unserer Seele und den Kreislauf des Lebens (Leben, Tod und Wiedergeburt) erklären. Das ist jene Wahrheit, nach der ich all die Zeit gesucht habe.
Dies brachte mich dazu einen Roman zu schreiben, der einen keltischen Mythos in unsere moderne Welt transportiert. Es ist eine Geschichte, die sowohl das logische Denken in uns zeigt als auch das Fühlen unseres Herzens. Es ist ein Buch, mit der wir uns an die Kraft unserer Seele erinnern können, um letztendlich eine Wahrheit zu erkennen, die wir nur selbst in uns fühlen können.
Das keltische Denken schloss in allen Mythen immer etwas Geheimnisvolles ein, etwas, das sich nur erfühlen lässt. Das ist es, was mich an den nordischen Mythen am meisten fasziniert. Es geht um die geheime Welt der Seele, für die es eine weitere Ebene gibt. In „Ildathach. Jenseits des Vergessens“ ist das die Anderswelt.
Meine Trilogie „Die Wächter von Avalon“ war mein erstes Eintauchen in dieses Verstehen der mythischen Worte. Und nun mit meinem neuen Roman, der sich den „Schleiern des Vergessens“ widmet, bin ich weiter in die Seelenwelt eingetaucht und beschreibe einen Weg, wie wir anders mit unseren Ängsten und Emotionen umgehen können. Ohne das Heilige um und in uns zu erkennen und zu respektieren, verlieren wir uns selbst und verkennen den wahren Sinn des Lebens.

Ich wünsche jedem meiner Leser ein Eintauchen in den Mythos und das Gefühl des Getragenseins.

Wiedergeburt

Mai 032017

Vor nunmehr vier Jahren kam ich das erste Mal mit der Wissenschaft der Seelenwanderung in Berührung und damit fesselte mich das Thema der Reinkarnation. Während meiner Yogalehrerausbildung wollte ich zu den Fragen der Wiedergeburt mehr wissen, forschte in den vedischen Schriften und beschäftigte mich gleichzeitig mit den Mythen aber auch dem Glauben unserer Ahnen, den Kelten, als ich für die Geschichte der „Wächter von Avalon“ recherchierte. Dabei entdeckte ich viele parallele Erklärungen wie auch Symbole, die dieselbe Wahrheit sprechen - die Sicht auf das göttliche in der (den) Welt(en).
Seit ich mich intensiv mit der Reinkarnation beschäftige, haben sich meine Sicht auf das Leben, mein Selbstverständnis und mein Umgang mit den Menschen, die mich begleiten oder denen ich begegne, aber auch mein Verständnis über die Natur verändert. Dieser Wandel zeigt sich auch in meinen persönlichen Zielen, meinen beruflichen Erwartungen und meinem religiösen Verständnis (ich wurde christlich evangelisch erzogen).
Alles ergibt mehr Sinn. Ich kann mit allem in Liebe und Geduld und mit dem Vertrauen in den Fluss dieses Lebens einverstanden sein. Denn ich bin es selbst, der mein gegenwärtiges und zukünftiges „Schicksal“ verantwortungsbewusst gestaltet, bestimmte Erfahrungen machen will und in diesem Leben (auch) eine Lebensaufgabe zu erfüllen habe (Dharma).
Es ist eine Wahrheit, die tief uns steckt. Wenn wir beginnen hinzuhören, vernehmen wir das Flüstern unserer Seele. Wir müssen uns nur (wieder) mit der Seelenkraft verbinden, mit der Energie (Prana), die aus unserem Herzen und hinein fließt oder (vedisch) mit dem Atman (dem göttlichen Funken in uns, die individuelle Seele als Teil Weltseele (Brahman)) … Menschen benutzen viele Worte und Beschreibungen, Gleichnisse … für ein und dieselbe Wahrheit. Letztendlich liegt es an jedem selbst, welchen Weg er wählt, um dem Sinn des Lebens mit seinen Fragen zu begegnen.

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In meinem neuen Roman „Ildathach. Jenseits des Vergessens“ stelle ich mich behutsam der Frage, was nach dem Tod geschieht und was der Tod ist. Ich habe mich mit der Macht der Angst beschäftigt, Angst vor dem Ungewissen und davor, die Menschen, die wir lieben, zu verlieren. Um Antworten zu finden, half mir all die Monate des Schreibens und Verstehens Etáin. Sie ist eine Figur aus der Geschichte, deren Mutter stirbt und ihr neben Familiengeheimnissen auch Glaubensfragen hinterlässt. Parallel zum Erscheinen des Buches werde ich dazu Beiträge aus meinen Recherchen, wissenschaftlichen Büchern und eigene Erfahrungen veröffentlichen.

Tage, an denen wir uns verloren fühlen

Apr 072017

Es gibt gerade Zeiten, in denen man mit einer tiefen Traurigkeit erwacht oder einer Trägheit, die einen lähmt; vielleicht hat auch ein Traum ein solches Empfinden hinterlassen oder wir fühlen, dass die Tage gerade endlos grau erscheinen … wir nichts mehr schaffen, alles zu viel ist und wir auf eine Weise nur noch funktionieren, die uns nach und nach den Boden unter den Füßen wegzieht.
Das sind Tage, an denen wir in der Jahreszeit des Feuers weniger geerdet sind, und damit das Urvertrauen ins Leben weniger spüren.
Für jene Tage gibt es eine magische Übung, die es schafft, uns aus den grauen Schleiern zu holen:

Denke am Morgen an drei Dinge, die gestern schön waren und dich glücklich gemacht haben. Die Wärme der Sonne, das Treffen eines Freundes, eine liebe Geste, ein Lächeln oder eine Umarmung … Und dann überlege dir einen Wunsch für den heutigen Tag. Schließe kurz deine Augen und male dir all die Einzelheiten aus, wie er in Erfüllung geht; fühle was der Wunsch dir bedeutet und spüre den tiefen Moment.
Diese bewusst erlebte Dankbarkeit wird deinen Tag verändern.

(Sie auch: jahreszeit-des-feuers)

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