Jenseits des Vergessens

Blog von Amanda Koch

Jahreszeit des Feuers

Mär 282017

Ostara ist die Jahreszeit, in der das Leben sprießt und die Natur wird springlebendig. Das ist die Zeit des Feuers. Seit alten Zeiten wird die Mutter des Feuers geehrt, die eine Verwandlung sowohl in der Natur erwirkt, als auch in uns bringen kann … denn das Leben wird erneuert.
Der Saft steigt in den Pflanzen und Bäumen empor, Triebe erscheinen auf den Zweigen und Knospen wie auch Frühlingsblumen öffnen sich den Sonnenstrahlen und Märzwinden, die hereinströmen. All das bemerken auch wir … und können die Kraft des Feuers der Jahreszeit in uns nutzen.
In uns erwachen in dieser Zeit vielleicht emotionale Feuer. Und diese können unkontrolliert zu brennen beginnen. Wut oder Hass kann sich bemerkbar machen, Leid oder tiefer Kummer in uns wüten und den Körper mit Hitze erfüllen.
Es gibt auch mentale Feuer. Sie können mit klarer Inspiration brennen oder uns verrückt machen, Gedanken, die ständig kreisen, ohne, dass wir zur Ruhe finden … Ängste, die uns antreiben.
Die Verbindung zur Natur bewusst zu erkennen, hilft uns, uns der Kraft dieser Jahreszeit zu stellen. Wenn wir achtsam sind und zum Beobachter werden, was genau in uns geschieht, können wir die Energien nutzen, um etwas zu verändern, um Neues in die Wege zu leiten oder uns von Altem trennen.

Ostara

Mär 212017

undefinedOstara ist das Jahreskreisfest der Mutter des Feuers. Es wird im alten keltischen traditionellen Glauben gefeiert, wenn es gleich lange hell und dunkel ist, und kündigt die Rückkehr des Lichtes an.
Diese kurze Zeit – in der das Licht und die Dunkelheit im Gleichgewicht sind, hilft uns unsere eigene Balance zu finden. Eine Balance zwischen unserem eigenen Licht und unserer eigenen Dunkelheit, zwischen unseren inneren und äußeren Wirklichkeiten. Damit können wir in die Kraft des Urweiblichen gelangen – zu dem mütterlichen Urgrund der Liebe. Denn daraus erwächst alles Sein, ebenso wie sich in den Schoß der Mutter Erde alles wieder zurückzieht.

Die alte Frau des Winters

Jan 202017

Kalt berührt die Luft mein Gesicht. Rasch ziehe ich meinen Umhang enger und schaue über den See. Eisig und geheimnisvoll liegt er vor mir und der Hauch meines Atems vermischt sich mit den näher kommenden Nebelschwaden. Wie ein Schleier webt der seine Magie über das Wasser, züngelt mir entgegen und lässt mich das andere Ufer kaum erahnen.
In der Nacht ist der erste Schnee gefallen. Leise knirscht er unter meinem Tritt. Nun hat die alte Frau des Winters das Land wieder fest in ihrer Gewalt. Sie legt erneut ihre bedrückende Stille über die Felder, die Berge und selbst den See und verwandelt dort das ufernahe Wasser zu Eis. Bewegungslos starre ich auf das gefrorene Schilf. Um die dicken Halme wächst eine Eisschicht während die Kälte des Winters jeden von ihnen auf ihre eigene Weise gefangen hält, so wie sie auch mich für den Moment einfriert.
Kann ich dieser Welt wirklich entkommen? Heute? Unter der Herrschaft von Cailleach?
Zögernd wage ich einen Schritt nach vorn. Unter meiner Last ächzt das Eis am Ufersaum als die grauen Nebel höher wallen. Immer dichter verdecken sie mir die Sicht in den feuerrot getränkten Winterhimmel, der mich nichts von seiner Wärme spüren lässt. Selbst die Kraft des Feuers ist unter der Herrschaft der alten Frau machtlos. Kalt lässt sie den Hauch des Winters über den See wehen. Ich friere und höre leise das Seegras rascheln. Sanft beugt es sich zu mir, als würde es im Wind uralte Worte flüstern, nur um mir das Verborgene im Nebel anzukündigen.
Die magischen Nebel, denke ich und blicke in den wallenden Dunst. Dabei schwappt eine Welle über die Eisscholle und tränkt den Saum meines Kleides. Mehr und mehr kräuselt sich die Wasseroberfläche während der Nebel feuchtkalt meine Wangen küsst, und mir sogleich den nächsten Schauder über den Rücken jagd. Schnell ziehe ich die Kapuze tiefer und lausche der Stille und dem Flüstern. Doch mein wilder Herzschlag übertönt alles und ich weiß, dass ich mich nicht länger gegen den Traum aus letzter Nacht wehren kann.
Mit einem Mal schlagen mehr Wellen ans Ufer. Ich trete einen Schritt zurück. Kaum noch spüre ich meine Zehen in dem kalten Leder der Stiefel und sehne mich nach der Wärme des knisternden Feuers in meiner Hütte. Sehnsüchtig schaue ich zurück, suche nach dem Weg, den ich gekommen bin. Doch die Nebel haben mich bereits eingehüllt und zeigen mir nichts mehr von der Welt der Menschen. Gibt es schon jetzt kein Zurück mehr? Und unterliege ich bereits der Macht meines Traumes? Schmerzhaft dringen Zweifel in meinen Bauch und mir wird übel. Ich kann das nicht. Unmöglich kann ich die Grenze nach Avalon überschreiten.

(c) Amanda Koch

Die Zeilen entstanden als ich die Trilogie "Die Wächter von Avalon" schrieb. Sie sind nicht lektoriert und zeigen eine andere Perspektive - nämlich die von Nagaina. Durch diese und viele andere Zeilen wuchs ich in ihr Fühlen und ihren Charakter hinein.

 

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Wintersonnenwende

Dez 212016

Der Tag der Wintersonnenwende wird im Keltischen Alban Arthuan genannt. Die längste Nacht des Jahres steht für Erneuerung. In der Dunkelheit lassen wir das Vergangene hinter uns und begrüßen das Neue. Die Welt befindet sich im beständigen Wandel. Und diesem Wandel unterliegen auch wir. Und gerade in der dunkelsten Zeit des Jahres ist es wichtig sich selbst zu fragen. Was trage ich in mir? Welche Gedanken? Welche Vorstellungen von einer Welt, in der ich leben willt. Und was kann ich selbst dafür tun, damit sie genau jener Welt entspricht, in der ich glücklich bin.

Denn du kannst nicht glücklich werden, wenn sich das, woran du selbst glaubst, nicht mit dem deckt, was du tust.

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Der Tag der Wintersonnenwende hilft dir Gedanken und Emotionen zu hinterfragen, Dinge loszulassen um dich für Neues zu öffnen. Das Leben ist ein Wandel. Ein Wachsen. Und Verstehen.
Zünde eine Kerze an und begrüße das neue Licht. Auch kannst du das, was du gern loslassen willst, aufschreiben und dann verbrennen. Dieses Ritual hilft loszulassen.

Der Tag ist auch dafür da, sich Gedanken über die Sonne zu machen. Früher gab es kein elektrisches Licht und die Menschen lebten mit der Sonne und der Dunkelheit der Nacht. Dies prägte unsere Ahnen, vor allen in jener Jahreszeit, in der die Nächte länger wurden.

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Newgrange (Brugh na Boinne) ist eine gewaltige jungsteinzeitliche Grab- oder Tempelanlage im irischen Tal des Boyne River und zu Alban Arthuan bekommt sie ihre größte Bedeutung. Das Alter der Anlage wird auf ungefähr 4500 Jahre geschätzt. 

Zum Sonnenaufgang der Wintersonnenwende leuchtet das Sonnenlicht zu einem eigens eingebauten "Fenster" in die Anlage hinein, dann einen sehr langen Gang entlang bis es an dessen Ende auf große Steine trifft. Darin sind Bilder und Symbole geritzt sind auf die das Licht scheint.

Keltische Spirale

Dez 052016

Oftmals besteht die Triskele aus Spiralen, die die Reise der Seele zeigt.

Die rechtsdrehende Spirale steht im Keltischen, in alten Glauben und auch den Mythen für die Kraft, die nach außen wirkt. Mit dem Beginn des Lebens in der Welt der Menschen beginnen wir uns dieser irdischen Welt zu öffnen. Es kommt Bewegung ins Denken, ins Handeln und Wirken.

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Foto: Newgrange Spiralen in Stein gehauen

Dieses Zeichen für die Schöpfung findet sich auch im Tao. Dabei ist Yin & Yang eine Spirale, die diese nach außen strebende Kraft mit der nach innen gerichteten (linksdrehenden) vereint. Die linksdrehende Spirale wiederrum symbolisiert das Ende und wir kehren zu unserem Ursprung zurück. Dieses nach innen kehren, geschieht nicht nur im Sterben. Mit Hilfe des Fühlens und bewussten Denkens führen uns die Erfahrungen im Leben auch in die Zeiten der Besinnung. Von außen finden wir zurück nach innen, zu uns selbst um zu fühlen, wer wir wirklich sind. Eine Einheit mit dem großen Ganzen.

Und jetzt in den Tagen vor der Wintersonnenwende / Yul können wir in dieses NACH INNEN FÜHLEN besonders gut eintauchen. Denn die langen dunklen Tage schenken uns diese Besinnlichkeit in der wir die Kostbarkeit des Lichtes erkennen. Eine Zeit in der wir unseren eigenen Schatten begegnen und sie annehmen können. 

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Die Spirale symbolisiert dies mit: Werden – und Vergehen. Anfang – und Ende. Außen – und Innen.

Und dabei führt dich die Anderswelt, insbesondere Avalon zu dir selbst. Von der Welt des Materiellen, der Welt des Irdischen hindurch durch die Nebel, die dich vergessen ließen, hin zu dir selbst … dem Fühlen deines Herzens.

 

Kreislauf des Lebens

Nov 042016

Besinnen wir uns unserer tief in uns verborgenen Wurzeln, stoßen wir auf unsere keltischen Urahnen. Ein Volk nach deren Weltbild es in beseelten Welten lebte. Neben der Welt des Physischen, unserer grobstofflichen Welt, gibt es noch die Anderswelt, eine feinstoffliche Welt. Und nur die Druiden mit ihren Riten können in diese andere Welt reisen.
Und gleich dem schamanischen Bewusstsein basiert auch der keltische Glaube darauf, dass alle Seelen einer göttlichen Quelle entspringen und es keine Trennung von Mensch-Natur-und Kosmos gibt. Alles ist mit allem verbunden. Und der Mensch ist Teil eines großen Ganzen.
Vergleiche ich diese Glaubensgrundsätze ähneln sie sehr religiösen Vorstellungen und selbst die Ahnen sahen das Leben als Kreislauf. Ein Leben beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod, bevor die Seele in ein weiteres Leben inkarniert.
Ist es an uns, uns darauf zurückzubesinnen? Und aus den Schleiern der physischen Welt zu erwachen, die uns all das vergessen lassen, was unsere Ahnen bereits wussten und fühlten?

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Der Kreislauf des Lebens – Symbolik der Triskele

In meiner Forschung in den alten Worten um Avalon stieß ich unwillkürlich auf bestimmte Symbole. Sie allein zu betrachten und in ihren verschiedensten Darstellungen zu untersuchen, zeigte mir eine Übereinstimmung mit anderen Glaubensrichtungen und Weltanschauungen. Die Triskele, auch Dreierspirale genannt, symbolisiert dabei den Kreislauf jeden Lebens in unserer irdischen Welt.
Das Werden – das Sein – das Vergehen. Leben – Geburt – Tod.
Damit symbolisiert die Triskele den Weg des Lebens. Und dieses keltische Symbol erzählt uns dabei die Geschichte der Bewegung des Lebens. Alles beginnt mit der Geburt. Eine Seele findet menschliche Eltern und gelangt in einen Körper, der in der irdischen Welt seine Erfahrungen machen wird.
Die Triskele zeigt das mit: Mutter – Vater - Kind.


Die Seele „ruht“ in einem Leben in einem Körper mit Verstand und Geist.
Seele – Geist – Körper vereint hier die Triskele.
Das Leben aber unterliegt Höhen und Tiefen. Im Fluss des Lebens wird jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Leben, lernen, wachsen, fallen und verlieren, gewinnen, traurig sein und Glück fühlen. Und inmitten all dieser Erfahrungen wird sich das Leben in
Vergangenheit – Gegenwart – und Zukunft gliedern. Auch das symbolisiert die Triskele.
Die Seele strebt nach Erfahrungen durch die Sinne und dies kann sie nur in einem (manifestierten) Körper als Mensch (oder Pflanze, als Tier oder im Entstehen von Mineralien, Gestein.) In der Welt des Sterblichen leben wir in unserem vergänglichen Körper zusammen mit den Pflanzen und Tieren in einer materiellen Welt. In der Anderswelt existieren die Geister, die Götter und in der unsichtbaren Welt die sich bewegenden Energien, die Kräfte von Sonne und Mond und der Elemente.
All das lässt sich unabhängig von Zeit, Region, Kultur und Religion oder mythischer Geschichte überall finden. Im Zusammenspiel des Daseins zeigt die Triskele folgende Dreiheit:
Schöpfung – Erhaltung – Zerstörung.
Vater – Sohn – Heiliger Geist.
Im Leben der großen Göttin wird dies mit: Junges Mädchen – Mutter – und Greisin dargestellt.

Die Symbolik der Triskele allein, hat mich innehalten lassen und mich verstehen lassen, das wir auf der Suche nach Wurzeln so oft nach Osten schauen. Dabei haben wir all das Wissen tief in uns ... und die Symbolik unserer Ahnen erinnert uns daran.