Jenseits des Vergessens

Blog von Amanda Koch

Beltane

Mai 012017

Beltane ist das Jahreskreisfest der schöpferischen und fruchtbaren Göttin als Liebende. Es ist die Zeit der letzten Apriltage und ersten Maitage, die eine neue (Jahres)Zeit ankündigen: Eine Zeit, in der die Natur in kraftvoller Aktivität zum Leben erwacht … weiße und gelbe Blüten erstrahlen in ihrer Schönheit, Obstbäume erblühen zusammen mit Hecken und Blumen, die in voller Farbenpracht leuchten. Die Sonne steigt jeden Tag höher, die Tage werden länger und die ganze Natur ist rege. undefined

Es ist die Zeit, in der wir, durch die Kraft der Liebe in uns, heilen können. Der Schmerz, den uns Erinnerungen bringen, kann bewusst ausgedrückt werden, während wir in der Liebe des Göttlichen gesund werden. 

Neben der Meditation gibt es kraftvolle Asanas (Körperhaltungen), die uns durch das bewusste Hineingehen, den richtigen Atem und das bewusste Halten … unsere tiefe Verbundenheit und die Kraft des Herzens wahrnehmen lassen. Asanas drücken den Zustand des Yoga aus, in dem Körper – Geist und Seele zur Harmonie gelangen.
Yoga Mudra - die Kindhaltung ist eine solche Körperhaltung, die uns die Energie der Beltanetage fühlen lässt. Man ist ganz bei sich, ruht in sich und die Gedanken werden still …

 

Tage, an denen wir uns verloren fühlen

Apr 072017

Es gibt gerade Zeiten, in denen man mit einer tiefen Traurigkeit erwacht oder einer Trägheit, die einen lähmt; vielleicht hat auch ein Traum ein solches Empfinden hinterlassen oder wir fühlen, dass die Tage gerade endlos grau erscheinen … wir nichts mehr schaffen, alles zu viel ist und wir auf eine Weise nur noch funktionieren, die uns nach und nach den Boden unter den Füßen wegzieht.
Das sind Tage, an denen wir in der Jahreszeit des Feuers weniger geerdet sind, und damit das Urvertrauen ins Leben weniger spüren.
Für jene Tage gibt es eine magische Übung, die es schafft, uns aus den grauen Schleiern zu holen:

Denke am Morgen an drei Dinge, die gestern schön waren und dich glücklich gemacht haben. Die Wärme der Sonne, das Treffen eines Freundes, eine liebe Geste, ein Lächeln oder eine Umarmung … Und dann überlege dir einen Wunsch für den heutigen Tag. Schließe kurz deine Augen und male dir all die Einzelheiten aus, wie er in Erfüllung geht; fühle was der Wunsch dir bedeutet und spüre den tiefen Moment.
Diese bewusst erlebte Dankbarkeit wird deinen Tag verändern.

(Sie auch: jahreszeit-des-feuers)

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Jahreszeit des Feuers

Mär 282017

Ostara ist die Jahreszeit, in der das Leben sprießt und die Natur wird springlebendig. Das ist die Zeit des Feuers. Seit alten Zeiten wird die Mutter des Feuers geehrt, die eine Verwandlung sowohl in der Natur erwirkt, als auch in uns bringen kann … denn das Leben wird erneuert.
Der Saft steigt in den Pflanzen und Bäumen empor, Triebe erscheinen auf den Zweigen und Knospen wie auch Frühlingsblumen öffnen sich den Sonnenstrahlen und Märzwinden, die hereinströmen. All das bemerken auch wir … und können die Kraft des Feuers der Jahreszeit in uns nutzen.
In uns erwachen in dieser Zeit vielleicht emotionale Feuer. Und diese können unkontrolliert zu brennen beginnen. Wut oder Hass kann sich bemerkbar machen, Leid oder tiefer Kummer in uns wüten und den Körper mit Hitze erfüllen.
Es gibt auch mentale Feuer. Sie können mit klarer Inspiration brennen oder uns verrückt machen, Gedanken, die ständig kreisen, ohne, dass wir zur Ruhe finden … Ängste, die uns antreiben.
Die Verbindung zur Natur bewusst zu erkennen, hilft uns, uns der Kraft dieser Jahreszeit zu stellen. Wenn wir achtsam sind und zum Beobachter werden, was genau in uns geschieht, können wir die Energien nutzen, um etwas zu verändern, um Neues in die Wege zu leiten oder uns von Altem trennen.

Ostara

Mär 212017

undefinedOstara ist das Jahreskreisfest der Mutter des Feuers. Es wird im alten keltischen traditionellen Glauben gefeiert, wenn es gleich lange hell und dunkel ist, und kündigt die Rückkehr des Lichtes an.
Diese kurze Zeit – in der das Licht und die Dunkelheit im Gleichgewicht sind, hilft uns unsere eigene Balance zu finden. Eine Balance zwischen unserem eigenen Licht und unserer eigenen Dunkelheit, zwischen unseren inneren und äußeren Wirklichkeiten. Damit können wir in die Kraft des Urweiblichen gelangen – zu dem mütterlichen Urgrund der Liebe. Denn daraus erwächst alles Sein, ebenso wie sich in den Schoß der Mutter Erde alles wieder zurückzieht.

Die alte Frau des Winters

Jan 202017

Kalt berührt die Luft mein Gesicht. Rasch ziehe ich meinen Umhang enger und schaue über den See. Eisig und geheimnisvoll liegt er vor mir und der Hauch meines Atems vermischt sich mit den näher kommenden Nebelschwaden. Wie ein Schleier webt der seine Magie über das Wasser, züngelt mir entgegen und lässt mich das andere Ufer kaum erahnen.
In der Nacht ist der erste Schnee gefallen. Leise knirscht er unter meinem Tritt. Nun hat die alte Frau des Winters das Land wieder fest in ihrer Gewalt. Sie legt erneut ihre bedrückende Stille über die Felder, die Berge und selbst den See und verwandelt dort das ufernahe Wasser zu Eis. Bewegungslos starre ich auf das gefrorene Schilf. Um die dicken Halme wächst eine Eisschicht während die Kälte des Winters jeden von ihnen auf ihre eigene Weise gefangen hält, so wie sie auch mich für den Moment einfriert.
Kann ich dieser Welt wirklich entkommen? Heute? Unter der Herrschaft von Cailleach?
Zögernd wage ich einen Schritt nach vorn. Unter meiner Last ächzt das Eis am Ufersaum als die grauen Nebel höher wallen. Immer dichter verdecken sie mir die Sicht in den feuerrot getränkten Winterhimmel, der mich nichts von seiner Wärme spüren lässt. Selbst die Kraft des Feuers ist unter der Herrschaft der alten Frau machtlos. Kalt lässt sie den Hauch des Winters über den See wehen. Ich friere und höre leise das Seegras rascheln. Sanft beugt es sich zu mir, als würde es im Wind uralte Worte flüstern, nur um mir das Verborgene im Nebel anzukündigen.
Die magischen Nebel, denke ich und blicke in den wallenden Dunst. Dabei schwappt eine Welle über die Eisscholle und tränkt den Saum meines Kleides. Mehr und mehr kräuselt sich die Wasseroberfläche während der Nebel feuchtkalt meine Wangen küsst, und mir sogleich den nächsten Schauder über den Rücken jagd. Schnell ziehe ich die Kapuze tiefer und lausche der Stille und dem Flüstern. Doch mein wilder Herzschlag übertönt alles und ich weiß, dass ich mich nicht länger gegen den Traum aus letzter Nacht wehren kann.
Mit einem Mal schlagen mehr Wellen ans Ufer. Ich trete einen Schritt zurück. Kaum noch spüre ich meine Zehen in dem kalten Leder der Stiefel und sehne mich nach der Wärme des knisternden Feuers in meiner Hütte. Sehnsüchtig schaue ich zurück, suche nach dem Weg, den ich gekommen bin. Doch die Nebel haben mich bereits eingehüllt und zeigen mir nichts mehr von der Welt der Menschen. Gibt es schon jetzt kein Zurück mehr? Und unterliege ich bereits der Macht meines Traumes? Schmerzhaft dringen Zweifel in meinen Bauch und mir wird übel. Ich kann das nicht. Unmöglich kann ich die Grenze nach Avalon überschreiten.

(c) Amanda Koch

Die Zeilen entstanden als ich die Trilogie "Die Wächter von Avalon" schrieb. Sie sind nicht lektoriert und zeigen eine andere Perspektive - nämlich die von Nagaina. Durch diese und viele andere Zeilen wuchs ich in ihr Fühlen und ihren Charakter hinein.

 

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Wintersonnenwende

Dez 212016

Der Tag der Wintersonnenwende wird im Keltischen Alban Arthuan genannt. Die längste Nacht des Jahres steht für Erneuerung. In der Dunkelheit lassen wir das Vergangene hinter uns und begrüßen das Neue. Die Welt befindet sich im beständigen Wandel. Und diesem Wandel unterliegen auch wir. Und gerade in der dunkelsten Zeit des Jahres ist es wichtig sich selbst zu fragen. Was trage ich in mir? Welche Gedanken? Welche Vorstellungen von einer Welt, in der ich leben willt. Und was kann ich selbst dafür tun, damit sie genau jener Welt entspricht, in der ich glücklich bin.

Denn du kannst nicht glücklich werden, wenn sich das, woran du selbst glaubst, nicht mit dem deckt, was du tust.

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Der Tag der Wintersonnenwende hilft dir Gedanken und Emotionen zu hinterfragen, Dinge loszulassen um dich für Neues zu öffnen. Das Leben ist ein Wandel. Ein Wachsen. Und Verstehen.
Zünde eine Kerze an und begrüße das neue Licht. Auch kannst du das, was du gern loslassen willst, aufschreiben und dann verbrennen. Dieses Ritual hilft loszulassen.

Der Tag ist auch dafür da, sich Gedanken über die Sonne zu machen. Früher gab es kein elektrisches Licht und die Menschen lebten mit der Sonne und der Dunkelheit der Nacht. Dies prägte unsere Ahnen, vor allen in jener Jahreszeit, in der die Nächte länger wurden.

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Newgrange (Brugh na Boinne) ist eine gewaltige jungsteinzeitliche Grab- oder Tempelanlage im irischen Tal des Boyne River und zu Alban Arthuan bekommt sie ihre größte Bedeutung. Das Alter der Anlage wird auf ungefähr 4500 Jahre geschätzt. 

Zum Sonnenaufgang der Wintersonnenwende leuchtet das Sonnenlicht zu einem eigens eingebauten "Fenster" in die Anlage hinein, dann einen sehr langen Gang entlang bis es an dessen Ende auf große Steine trifft. Darin sind Bilder und Symbole geritzt sind auf die das Licht scheint.